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Anschreiben 2026: Noch nötig oder überholt?

Von ResumeHero Team
Anschreiben 2026: Noch nötig oder überholt?

Kurze Antwort

Das Anschreiben ist 2026 nicht generell veraltet – ob du es brauchst, hängt von der Stellenanzeige ab. Verlangt das Unternehmen es ausdrücklich, ist es Pflicht; wird es als optional markiert oder gar nicht erwähnt, kannst du es weglassen oder durch eine starke Kurzmotivation ersetzen.

Kaum ein Thema spaltet die Bewerbungswelt so sehr wie die Frage: Brauche ich 2026 überhaupt noch ein Anschreiben? Auf der einen Seite zeigen Studien, dass immer mehr Unternehmen es für optional erklären oder ganz darauf verzichten. Auf der anderen Seite verlangen viele Arbeitgeber es nach wie vor – und legen großen Wert auf Qualität. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, und wer die Spielregeln kennt, verschafft sich einen echten Vorteil.

Der aktuelle Stand: Was Unternehmen in Deutschland wirklich wollen

Der deutsche Bewerbungsmarkt befindet sich im Wandel. Laut einer Erhebung von StepStone wünschen sich rund 30 Prozent der Bewerbenden, gänzlich auf das Anschreiben verzichten zu können – und immer mehr Unternehmen kommen diesem Wunsch entgegen. Großunternehmen wie Otto haben das klassische Anschreiben bereits durch strukturierte Fragebögen ersetzt, die Motivation und Berufserfahrung gezielter abfragen.

Gleichzeitig nutzt inzwischen rund die Hälfte aller Bewerbenden KI-Tools, um ihr Anschreiben zu formulieren oder zu optimieren. Recruiter*innen berichten jedoch, dass ihnen genau das fehlt: echte Individualität. Ein KI-generiertes Standardschreiben, das erkennbar nicht auf das Unternehmen zugeschnitten ist, schadet eher als es nützt.

Die drei Szenarien – und was du jeweils tun solltest

Nicht jede Stellenanzeige ist gleich. Bevor du anfängst zu schreiben, prüfe, was der Arbeitgeber tatsächlich fordert:

  • „Bitte senden Sie uns ein Anschreiben zu.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich 2026 immer ein Anschreiben schreiben?

Nein. Wenn die Stellenanzeige kein Anschreiben fordert, kannst du darauf verzichten. Wird es jedoch explizit verlangt, ist es Pflicht und sollte individuell und überzeugend gestaltet sein.

Was kann ich statt eines Anschreibens einreichen?

Einige Unternehmen akzeptieren ein kurzes Motivationsstatement (3–5 Sätze) im Anschreiben-Feld des Bewerbungsportals oder einen sogenannten CV+ – also einen Lebenslauf mit einem zusätzlichen Profilabschnitt, der die wichtigsten Stärken und die Motivation knapp zusammenfasst.

Wie lang sollte ein Anschreiben 2026 sein?

Eine DIN-A4-Seite ist Standard. Recruiter*innen lesen es in unter 30 Sekunden – Kürze und Präzision sind wichtiger denn je. Verzichte auf Standardfloskeln wie 'hiermit bewerbe ich mich' und steige direkt mit einem konkreten Mehrwert ein.

Liest das ATS-System auch das Anschreiben?

Ja, viele moderne Applicant-Tracking-Systeme (ATS) scannen auch das Anschreiben auf relevante Keywords. Es lohnt sich daher, wichtige Begriffe aus der Stellenanzeige gezielt einzubauen – ohne das Dokument wie eine Keyword-Liste wirken zu lassen.

Schadet ein unaufgefordertes Anschreiben?

In der Regel nicht. Ein starkes, personalisiertes Anschreiben kann positiv auffallen, auch wenn es nicht verlangt wurde. Ein generisches Standardschreiben hingegen kann einen schlechten Eindruck hinterlassen – dann ist es besser, keins einzureichen.

Quellen

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